
Das nebelfreie Spritzen von Fassadenfarben rechnet sich In der Praxis getestet: Erfahrungsbericht von Malermeister Richard Jung aus Hemsbach Seit rund eineinhalb Jahren steht dem Malerhandwerk eine neue Applikationstechnik für das Auftragen von Fassadenfarben zur Verfügung. Dabei handelt es sich um das nebelfreie Spritzen von hochwertigen Silikonharz-Werkstoffen, die extra für diese Verarbeitungsweise entwickelt wurden. Am Beispiel des Malerbetriebs Jung GmbH (Richard-Wagner-Straße 3, 69502 Hemsbach an der Bergstraße) lassen sich die hiermit in der handwerklichen Praxis gewonnen Erfahrungen in Form eines Präzedenzfalles aufzeigen. Erstausrüstung nach einem halben Jahr amortisiert Malermeister Richard Jung beschäftigt 15 Mitarbeiter. Er ist überwiegend im Umkreis von 15 bis 20 Kilometer rund um den Firmensitz tätig. 60 Prozent seines Umsatzes kommen von privaten Kunden, der Rest resultiert aus Aufträgen von Wohnungsbaugesellschaften, Hausverwaltungen und Industrie. Zum Betrieb gehört ein Gerüstbau, der ausschließlich auf den eigenen Bedarf ausgelegt ist. Anfang 2006 hat sich der Malermeister für den Kauf einer maschinellen Erstausrüstung zum nebelfreien Spritzauftrag von Fassadenfarben entschieden. Hierfür waren rund 7 000 Euro einzusetzen. Die Anschaffung hat sich schon nach rund einem halben Jahr amortisiert, resümiert Richard Jung: Deswegen beschäftigen wir uns jetzt auch sehr ernsthaft mit dem Kauf eines zweiten Spritzgerätes, der für 2007 geplant ist. Immerhin ist es möglich, damit auch kleine Fassadenflächengrößen schon ab 100 Quadratmetern wirtschaftlich und Lohnkosten sparend zu beschichten. Wir selbst haben inzwischen Objekte von 300 bis 4 500 Quadratmetern auf diese Weise renoviert eines davon war ein neungeschossiger Bau. Meine Mitarbeiter sind von dieser Arbeitsweise sehr angetan. Sie wurden zuvor einen Tag lang vom Hersteller der Fassadenfarben technisch intensiv geschult. Dies geschah genauso beim ersten Reinigen der Spritzanlage. Oliver Bundschuh, der den Malerbetrieb zusammen mit weiteren Außendienstmitarbeitern von Caparol betreut, ergänzt: Die Spritzanlage kann problemlos eine gute Woche in Betrieb bleiben, ohne dass sie gesäubert werden muss. Auch das ist ein wirtschaftlicher Vorteil, der in der Praxis nicht unterschätzt werden darf. Dennoch gibt es immer auch sehr skeptische Kunden. So zum Beispiel berate ich einen Malerbetrieb in Frankfurt, der sich erst dann zur Anschaffung unserer Spritzanlage entschieden hat, nachdem er ein ganzes Jahr lang alle auf dem Markt vorhandenen Angebote ausprobiert hat. Ein Drittel der Arbeitszeit einsparen Nach den Erfahrungen von Malermeister Axel Jung, der den Betrieb zusammen mit seinem Vater leitet, kann durch das nebelfreie Spritzen von Fassadenfarben bis zu einem Drittel der Arbeitszeit eingespart werden, die ansonsten durch das klassische Applizieren mit Rollen entsteht. Besonders bei groben Putzen wird die Vorrangstellung der neuen Arbeitsweise mit ihrem gleichmäßigen Auftrag noch deutlicher, da der Materialverbrauch sich hier um rund 150 Milliliter pro Quadratmeter verringern kann (bei einem Bedarf von 750 Milliliter beim Rollen der Farbe). Dazu Axel Jung: Hinzu kommt, dass der Material-Transport der Eimer entfällt und sich Laibungen von Fenstern und Türen ebenfalls rationeller beschichten lassen. Hier reicht jeweils ein Abklebeband am Rahmen aus. Vorteilhaft wirkt sich zudem aus, dass die Farbe verarbeitungsfertig geliefert wird. Denn bei großen Fassaden 25 und mehr Eimer Farbe mit Wasser verdünnen und aufrühren zu müssen, ist ebenfalls ein Kostenfaktor. Aber selbst dann, wenn die Farbe direkt aus den Eimern verstrichen werden kann, bleibt die Lohn- und Material-Ersparnis des Nespri-TEC-Systems bei rund einem Drittel weniger, ganz zu schweigen von dem im Vergleich zum Rollauftrag erheblich geringeren Kräfteverschleiß bei den Mitarbeitern. Der Malerbetrieb Jung: Der Malerbetrieb Jung wurde von Malermeister Emil Jung gegründet und wird seit 36 Jahren von Malermeister Richard Jung geführt. Sein Sohn Axel absolvierte in einem Heidelberger Malerbetrieb seine Lehre und hat nach seinem zweijährigen Studium an der Akademie des Handwerks in Stuttgart seine Prüfungen zum Malermeister und zum staatlich geprüften technischen Fachwirt, Fachrichtung Farbe, erfolgreich abgeschlossen. Bevor er 2004 in den Betrieb eintrat, sammelte er noch Erfahrungen in einem großen Unternehmen in Ludwigsburg. Der Betrieb beschäftigt außer den zwei Inhabern noch einen
Meister, zwölf Gesellen und zwei Auszubildende. Für die kaufmännische
Abwicklung sorgt neben dem Geschäftsführer seine Ehefrau Silke
Jung, Betriebswirtin des Handwerks. Großer Wert wird auf eine
hohe Qualifikation der Mitarbeiter gelegt, von denen viele seit über
20 Jahren zwei sogar schon seit 36 Jahren dem Betrieb
angehören. Richard Jung bestätigt: Wir haben ein sehr
hohes Qualitätsbewusstsein. Er ist auch Vorsitzender des
Gesellenprüfungsausschusses der Maler- und Lackiererinnung Weinheim. |




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